Zwischen Modell und Wirklichkeit

Bei der Durchsicht der einzelnen Wettermodelle fiel uns am gestrigen Samstagabend auf, dass alle bei der Temperaturvorhersage daneben lagen (wir berichteten auf unserer Facebook-Seite darüber).

So wurden um 22.44 Uhr mit 3,0°C in Finowfurt und 3,3°C niedrigere Werte gemessen als für diesen Zeitpunkt berechnet. Bis zum frühen Sonntagmorgen sollten die Temperaturen den Berechnungen nach auf Werte zwischen 5°C (an beiden Standorten) und 2,6°C (Pankow) bzw. 1,8°C (Finowfurt) sinken. Die Werte sollten mit dem Sonnenuntergang – bis zum frühen Morgen – stetig sinken. Tatsächlich kam es aber anders:

Die Tiefstwerte wurden an unseren beiden Standorten kurz nach Mitternacht erreicht. Dann stieg das Quecksilber – wenn auch nur wenig – um 0,8 Kelvin und erreichte zum Sonnenaufgang den Wert von 3,9°C.

Temperatur- und Taupunkt-Verlauf der Station Berlin-Pankow in der Nacht zum 24.11.2019
Temperatur- und Taupunkt-Verlauf der Station Berlin-Pankow in der Nacht zum 24.11.2019
(Quelle: Wetterstats.de)

Dies zeigt einmal mehr, dass die Berechnung von exakten Wettervorhersagen sehr komplex ist. Trotz Supercomputern ist es heute immer noch nicht möglich, für jeden Standort das Wetter der kommenden Tage genau vorher zu sagen. Hinzu kommt, dass es private “Wetterdienste” gibt, die aus jeder Windböe einen Orkan machen und mit ihren dann reißerischen Schlagzeilen – in der Hoffnung ein paar Klicks und somit Werbeeinnahmen zu erhaschen – einen ganzen Berufszweig (den der Meteorologen) in Verruf bringen.

Das Beispiel der vergangenen Nacht zeigt, dass die Wahrheit immer irgendwo in der Mitte zu finden ist.

Wir werden die kommenden Monate nutzen, um die verschiedensten Wettermodelle hinsichtlich der Unterschiede zwischen Vorhersage und Wirklichkeit zu untersuchen und hoffen, Ihnen an dieser Stelle ab Mitte 2020 verlässliche Wettervorhersagen präsentieren zu können. Bis dahin beschränken wir uns nur auf grobe Ausblicke, besondere Wetterereignisse sowie Auswertungen.

Isobarenkarte vom 24.11.2019
Isobarenkarte vom 24.11.2019
(Quelle: DWD)

Wettervorhersage

Das über Russland liegende extrem kräftige Hochdruckgebiet (ursprünglicher Kerndruck: 1050 hPa) schwächt sich weiter ab. Die Tiefdruckgebiete, welche bisher “abgeblockt” wurden, erreichen ab Dienstag mit ihren Regen bringenden Ausläufern die Region. Der Wind dreht von derzeit östlichen auf dann südliche Richtungen.

Die Temperaturen steigen bis zur Wochenmitte auf Werte um die 10°C. Nachtfrost ist keiner zu erwarten.

In der zweiten Wochenhälfte deutet sich ein Wetterumschwung mit fallenden Temperaturen und damit einhergehenden Nachtfrösten an. Nach derzeitgem Stand bleibt auch die Niederschlagswahrscheinlichkeit weiterhin hoch. Ob dann auch die erste Schneeflocke des Herbstes für unsere Region dabei sein wird, bleibt abzuwarten. Wir halten Sie auf dem Laufenden.

Das könnte Dich auch interessieren …

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.