Rückblick auf den September 2019

Bevor wir einen Blick in die Zukunft wagen und uns näher mit dem “Hurrikan Lorenzo” (O-Ton Boulevardpresse) beschäftigen, sehen wir uns den Monat September rückwirkend mal etwas genauer an.

Der September 2019 war ein relativ feuchter, warmer und sonnenscheinreicher Monat.

Temperatur

Mit einer Durchschnittstemperatur von 15,9°C in Berlin-Pankow war der vergangene Monat ca. 1,6°C zu warm (als Referenzstation nehmen wir die klimatologischen Werte von 1981 – 2010 der Stationen des Deutschen Wetterdienstes [DWD] in Berlin-Buch).

Die höchste Temperatur wurde mit 30,6°C am 01.09. gemessen. Mit 6,1°C war es am frühen Morgen des 20.09. doch sehr kühl.

Unsere Messreihe in Finowfurt beginnt erst mit dem 06.09., weswegen die Auswertung für den Ort noch nicht repräsentativ ist. Für unsere Zahlenfanatiker geben wir trotzdem alles: Seit dem 06.09.2019 war der 15.09.2019 mit 22,9°C der wärmste Tag. Richtig kalt (mit Bodenfrost) wurde es mit einem Tiefstwert von nur 1,3°C am 20.09.2019.

Die absolute Höchsttemperatur im September wurde übrigens am 01.09.2019 mit 33,8°C in Coschen (südlich von Eisenhüttenstadt) vom Deutschen Wetterdienst registriert.

Tiefhängende Wolken, angestrahlt von der untergehenden Herbstsonne in Berlin
Tiefhängende Wolken, angestrahlt von der untergehenden Herbstsonne in Berlin

Niederschlag

Im Schnitt war der September zu feucht, wobei die letzten Tage des Monats die Bilanz gerettet haben. So fielen in Berlin 60 l/m² (normal: 45 l/m²), während in Finowfurt seit dem 6. d. M. 40,8 l/m² (normal: 44 l/m²) zusammenkamen. Durchschnittlich waren es in Brandenburg ca. 55 l/m².

Der meiste Regen an unseren Stationen fiel in Finowfurt am 30.09.: 13,6 Liter hat unser dortiger Messpot registriert. An unserer “Balkonstation” in Pankow war der 09.09. nit 10,8 Litern der niederschlagsreichste Tag. Natürlich ist der letzte Wert nicht repräsentativ.

Wind

Das Sturmtief “Mortimer”, welches am 30.09. die Region heimsuchte, wird für einige von uns lange in Erinnerung bleiben. 96 km/h war der Spitzenwert im Brandenburg gelegenen Heckelberg erreicht wurde. Selbst in Berlin wurde eine Höchstgeschwindigkeit von 85 km/h erreicht. Mit Windstärke 8 (bzw. 70,8 km/h) war es in Finowfurt noch verhältnismäßig friedlich.

Vor allem im Norden Brandenburgs kamen die Sturmböen mehr oder weniger aus dem Nichts. Am frühen Morgen war es zwar etwas windiger als sonst, doch schon im Laufe des Vormittags nahm der Wind extrem schnell zu. Vor allem in Schauernähe wurde es da sehr ruppig.

Sonnenscheindauer

Für den September können wir leider noch nicht die Werte unserer Stationen nutzen. Deshalb greifen wir hier auf die Daten des DWD zurück:

Sowohl in Berlin, als auch in Brandenburg war es sonniger als im langjährigen Mittel. Statt der sonst üblichen 156 Stunden schien die Sonne 175 Stunden in Berlin. In Brandenburg war es mit durchschnittlich 165 Stunden nicht ganz so sonnig.

Manch einer wird sich jetzt fragen: Warum ist es in Berlin sonniger als in Brandenburg? Hierfür haben wir zwei Erklärungen: Zum einen mittelt der DWD die Werte all seiner Stationen in Brandenburg. Zum anderen ist uns im Verlauf der vergangenen Jahre immer wieder aufgefallen, dass sich bei Westwetterlagen die Wolken und Regengebiete vor bzw. über Berlin-Spandau auflösen und sich hinter der östlichen Stadtgrenze neu bilden.

Sonstiges

Den tiefsten Luftdruck hatten wir in beiden Bundesländern mit dem Durchzug des Sturmtiefs am 30.09.: In Berlin wurde um 7.15 Uhr ein Tiefstwert von 989,4 hPa erreicht. In Finowfurt (Brandenburg) lag der Luftdruck zur selben Zeit bei 989,8 hPa. Das Pendant dazu bildet der 14.09.2019 mit 1033,8 hPa in Berlin-Pankow und 1035,3 hPa in Finowfurt.

Blick in die Zukunft

Wie bereits prognostiziert, hat nun der ehemalige Hurrikan Lorenzo unter Abschwächung den Nordwesten Irlands erreicht und sorgt dort als normales Sturmtief für ordentlich Wind.

Es-Hurrikan "Lorenzo" liegt nordwestlich vor Irland
Ex-Hurrikan “Lorenzo” liegt nordwestlich vor Irland
(Quelle: DWD)

Da ihm das warme Wasser und somit die nötige Energie fehlt, wird er sich weiter abschwächen und mit seinem Frontensystem (erst Warm-, dann Kaltfront) am Freitagabend unsere Region erreichen.

Somit ist es am morgigen Freitag in Berlin und Brandenburg erst wolkenverhangen, ehe es am frühen Abend anfängt zu regnen. Mit Werten zwischen 2 Grad im Norden Brandenburgs und 6 Grad in Berlin sowie im Süden der Region wird es Freitagfrüh sehr frisch. Tagsüber steigt die Temperatur auf 10 bis 13 Grad.

In der Nacht zum Samstag hält der Regen an. Durch die vorhandene Wolkendecke kühlt es sich nur noch auf Werte zwischen 6 und 9 Grad ab.

Auch der Samstag startet überall mit Regen. Während dieser im Laufe des Vormittags im Norden und der Mitte Brandenburgs allmählich nachlässt, ist im Süden des Landes erst am Nachmittag mit ersten trockenen Phasen zu rechnen. Mit Temperaturen zwischen 9 und 12 Grad wird es nur geringfügig kühler als am Vortag.

Trocken bleibt es auch in der Nacht zum Sonntag. Bei teils klarem, teils wolkigem Himmel wird es kalt mit Werten zwischen 4 und 1 Grad. Verbreitet ist mit Bodenfrost zu rechnen, was für diese Jahreszeit nicht ungewöhnlich ist.

Nach derzeitigem Stand wird auch der Sonntag sehr freundlich. Bei Werten zwischen 10 und 12 Grad sollte man sich aber schon eine dickere Übergangsjacke für den Sonntagsspaziergang anziehen.

Sie werden gemerkt haben, dass wir den Wind nicht angesprochen haben. Dies liegt daran, dass keine größeren Windereignisse (trotz “Lorenzo”!) zu erwarten sind. Lediglich am Samstag weht der Wind in Böen frisch bis stark aus südwestlicher Richtung. Soviel zum Thema “Hurrikan Lorenzo rast auf Deutschland zu”.

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