Vor ein paar Tagen schrieben wir noch in unserem Kurznachrichtenbeitrag “Trocken, trockener, Schorfheide”. Gestern kam dann für die Region rund um Eberswalde der lang ersehnte Regen – und davon gleich sehr viel.

Es war so viel, dass Straßen unter Wasser standen und es teils zu Wasserschäden an und in Gebäuden kam. In Finowfurt schlug der Blitz in ein Haus ein. Zum Brand kam es glücklicherweise nicht. Verletzt wurde niemand.

Auch wir mussten einen Verlust hinnehmen. Durch die enormen Regenmassen, die gestern in Finowfurt vom Himmel fielen (in Spitze wurde eine Regenrate* von 190 Liter/m² registriert), hat sich unsere dortige Wettercam verabschiedet.

(* Regenrate = Niederschlagssumme, die innerhalb einer Stunde zusammenkäme, wenn es in dieser Intensität weiterregnet)

Animation des 24-stündigen Niederschlags in Berlin und Brandenburg
Animation des 24-stündigen Niederschlags in Berlin und Brandenburg

Unwetterschwerpunkt Barnim

Bereits am Vormittag zog ein kräftiges Gewitter über den Westen Brandenburgs über die Stadt Brandenburg/Havel. Ab 12 Uhr begann es dann überall zu brodeln – auch östlich von Eberswalde. Die dortige Zelle verstärkte sich sehr schnell und wurde immer größer. Bereits gegen 12.40 Uhr kam es im Großraum Eberswalde zu einem Hagelunwetter. Immer wieder baute die Zelle an, wodurch es längeranhaltend stärker regnete/hagelte.

Dies führte letztendlich dazu, dass im nördlichen Barnim der meiste Niederschlag in ganz Berlin und Brandenburg gemessen wurde.

Niederschlagssummenkarte von gestern, 10.50 Uhr, bis heute, 10.50 Uhr
Niederschlagssummenkarte von gestern, 10.50 Uhr, bis heute, 10.50 Uhr

In Summe kamen hier örtlich bis zu 130 Liter pro Quadratmeter zusammen. Zum Vergleich: An unserem Standort in Finowfurt wurden “nur” 62,8 l/m² gemessen, was in etwa dem Niederschlagssoll des ganzen Monats beträgt. Ein weiterer Hotspot lag östlich von Berlin. Hier bildeten sich die teils blitzintensiven Gewitter allerdings erst etwas später, zogen dafür aber langsamer.

Ungerechte Niederschlagsverteilung

Wie auf der obigen Summenkarte zu sehen, lagen teilweise nur wenige Kilometer zwischen “nix” und “Land unter”. Zeitweise sah es auch so aus, als würden der Osten Brandenburgs sowie die Region südlich von Berlin vom Regen nichts abbekommen. Immer wieder lösten sich die Gewitter auf. Erst gegen 16 Uhr “zündete” es erneut und auch diese Gegenden wurden teils ordentlich gewässert.

Regenradarfilm vom 13.06.2020

Teilweise fiel auch gar kein Regen – so wie im äußersten Nordosten der Uckermark.

Unsere Messpötte hatten somit gestern jede Menge zu tun, wie der nachfolgende Screenshot von unserer Echtzeitwerte zeigt.

Gestrige Niederschlagssummen an unseren Standorten
2. Spalte: Berlin-Pankow, 3. Spalte: Finowfurt, 4. Spalte: Frankfurt (Oder), 5. Spalte: Großziethen, 6. Spalte: Müllrose

Temperatursturz

Einhergehend mit den Gewittern gab es einen ordentlichen Temperatursturz. Finowfurt meldete um 12.50 Uhr noch 30,7°C – um 13.15 Uhr waren es nur noch 21,8°C. Auch unsere anderen Standorte meldeten starke Temperaturrückgänge. Allerdings erfolgten diese über einen längeren Zeitraum.

Wind eher Nebensache

Vereinzelt wurden in Brandenburg Sturmböen registriert. An unseren Standorten wurden die stärksten Windböen mit 49,9 km/h in Finowfurt und 46,7 km/h in Großziethen gemessen.

Alle Messwerte zum gestrigen Tag sowie Zeitraffervideos und Radar- und Satellitenanimationen finden Sie in unserem Wetterarchiv. Einfach Datum eintragen/auswählen und los geht’s.

Das Beste kommt zum Schluss

Ein Bild möchten wir Ihnen nicht vorenthalten. Hierbei handelt es sich um eine Webcam-Aufnahme von unserem Partnerstandort in Müllrose, die gestern Abend am Rande eines Gewitters entstanden ist.

Wolkenblitz über Müllrose
Wolkenblitz über Müllrose

Wir hoffen, Sie haben den gestrigen Tag unbeschadet überstanden und wünschen Ihnen noch einen erholsamen Sonntag.