Erst der „Katastrophenwinter“ in den Alpen, nun die „Russenpeitsche“ bei uns! Ein Blick über den Tellerrand

Jeder von uns hat es lesen/sehen/hören können: Intensive Schneefälle in den Alpen führten dazu, dass Ortschaften von der Außenwelt abgeschnitten waren. Die Einwohner schippten den Schnee von den Dächern und sogar die Bundeswehr war vor Ort, um zu helfen.

Die Medien berichteten über „katastrophale Zustände“. Unzählige Häuser mussten vom Schnee befreit werden, damit sie nicht einstürzen. Im Fernsehen gab es eine Sondersendung nach der anderen, um die besorgte Bevölkerung im Rest der Republik auf dem Laufenden zu halten. Man hatte also etwas gefunden, um das „Winterloch“ zu stopfen. Natürlich wurden auch Bewohner der betroffenen Regionen interviewt, wie sie mit dieser katastrophalen Lage zurecht kommen. Nur wer genau hinhörte wusste, was tatsächlich los war:

Nichts – außer „etwas mehr Schnee als sonst“.

Wie jetzt? Das kann doch nicht sein?

Anscheinend hatte man sich die falschen Interviewpartner ausgesucht. Vielfach war zu hören, dass es ein ganz normaler Winter sei – nur dass es dieses Mal etwas mehr geschneit hat. Das sei aber nichts Dramatisches.

Aha! Interessant.

Damit uns nicht langweilig wird, folgt nun die nächste Katastrophenmeldung in Form einer Vorhersage. Dieses Mal betrifft es ganz Deutschland.

In den kommenden Wochen wird das Land schockgefrostet. Von einem Polar-Outbreak bzw. einem sibirischen Winter ist die Rede. Temperaturen von -20 Grad und weniger sollen erwartet werden. Eine Zeitung schrieb vor wenigen Tagen, der Deutsche Wetterdienst habe eine Warnung vor extremen Unwetter für Thüringen herausgegeben (Wer dann allerdings die DWD-Internetseite aufrief, wurde schlagartig auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt: Es war lediglich eine Wetterwarnung vor mäßigem Frost.).

Wie wird nun aber wirklich das Wetter in den kommenden Tagen bei uns in der Region?

Es wird kalt, aber die sibirische Kälte ist weit, sehr weit weg. Die Temperaturen bewegen sich (bis auf wenige Ausnahmen, wo es leicht in den Plus-Bereich geht) tagsüber knapp unterhalb des Gefrierpunkts. Nachts wird mäßiger Frost bis -9°C erwartet. Mit etwas Glück fällt auch das eine oder andere Schneeflöckchen vom Himmel.

Wie Sie sehen: Horrorwinter ist etwas anderes (z. B. der vor ziemlich genau 40 Jahren, wo in weiten Teilen Norddeutschlands nichts mehr ging).

Und man darf nicht vergessen: Wir haben Winter. Da ist es normal, dass es tagsüber auch mal Minusgrade gibt.


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