Das Wetter am Tag des Mauerfalls

Jeder hat seine eigene kleine Geschichte, die er mit dem 9. November 1989 verbindet: Einer war arbeiten, der andere wiederum saß zu Hause auf dem Sofa und hat die Nachrichten vor dem Fernseher – sofern vorhanden – verfolgt. Andere wiederum haben dieses historische Ereignis einfach verschlafen und wunderten sich am nächsten Morgen über die vielen Menschenmassen, die auf der Straße unterwegs waren.

Doch wissen Sie noch, wie das Wetter an diesem Tag in Berlin gewesen ist? Nein? Dann lesen Sie weiter.

In der Nacht zum 9.11.1989 fiel aus einer geschlossenen Wolkendecke immer wieder leichter, teils mäßiger Regen. Bei überwiegend leichtem Wind aus westlicher Richtung sank die Temperatur bis zum Morgen auf Werte zwischen 4 und 5 Grad.

Der Tag begann, wie die Nacht endete: Überwiegend wolkenverhangen. Gegen Mittag setzte sich für ein paar Stunden die Sonne durch, ehe es sich wieder von Westen her zuzog. Leichter Regen setzte gegen 17 Uhr ein und sollte bis ca. 19 Uhr andauern. Die Höchsttemperaturen lagen bei 10 bis 11 Grad Celsius. Der Wind wehte schwach bis mäßig aus westlichen Richtungen.

OrtSonnenscheindauer
Berlin-Dahlem2 Stunden 54 Minuten
Berlin-Tegel2 Stunden 30 Minuten
Berlin-Tempelhof2 Stunden 36 Minuten

Ab 20 Uhr war es in der ganzen Stadt trocken. Durch den tagsüber gefallenen Regen und die sehr hohe Luftfeuchtigkeit waren Straßen und Gehwege noch nass. Dies sollte auch die ganze Nacht über so bleiben.

Das Satellitenbild vom 9. November 1989 zeigt ein nach Osten abziehendens Regengebiet.
Das Satellitenbild vom 9. November 1989 zeigt ein nach Osten abziehendens Regengebiet. (Quelle: Deutscher Wetterdienst)

Auch in der Nacht zum 10.9.1989 fiel kein Regen mehr. Zum Morgen hin, bedingt durch die tiefen Temperaturen und der hohen Luftfeuchtigkeit, wurde es sehr dunstig. Das Quecksilber sank bis zum Sonnenaufgang auf Werte zwischen 3 Grad am „Alex“ und -1 Grad in Berlin-Zehlendorf. In 5cm Höhe wurden teilweise sogar nur -3 Grad gemessen. Der Wind drehte von West auf Süd und war mit Böen der Stärke 1 bis 2 nur bedingt wahrnehmbar.

Am 10. November 1989 war es mit Höchstwerten von 9 bis 10 Grad sehr sonnig und trocken und bot all denen, die mal kurz „rüber“ wollten, perfektes Wetter.

Jeder kennt die historischen Fernsehaufnahmen aus der Nacht des Mauerfalls mit den feuchten Gehwegen und nassen Straßen. Nun wissen Sie auch, wie das Wetter an diesem historischen Tag tatsächlich gewesen ist. 🙂

Das könnte Dich auch interessieren …

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

4 + 2 =

Statistik