Wenn Medien über besondere Wettereignisse berichten…

…kommt meist nichts Gutes bei rum.

Ein ähnliches Thema hatten wir vor ca. drei Wochen schon einmal und wollen dies noch einmal aufgreifen. Denn wenn es nichts gibt, über das die Online- und TV-Medien berichten können, redet/schreibt man einfach mal übers Wetter und übertreibt dabei ein wenig.

So geschehen in der vergangenen Woche, wo gut 20% der USA von arktischer Kaltluft “geflutet” wurden. Vor allem im Nordosten der USA waren Tiefsttemperaturen von weniger als -25°C keine Seltenheit. Vereinzelt wurden auch -30 Grad erreicht.

Die Redakteure einiger Online-Portale schienen damals beim Schreiben ihrer Artikel von den Zahlen abgerutscht zu sein und schrieben von Temperaturen “bis zu -60 Grad”.

Quelle: n-tv.de

Auch anderweitig ließ man sich nicht lumpen und titelte “In USA kälter als auf dem Mars” oder “Eisige Kälte mit bis zu -45 Grad in den USA”. Viele Online-Medien ruderten zurück, weswegen nun nur noch von “gefühlten x Grad” zu lesen ist. Auch n-tv fügte das kleine Wörtchen “teilweise” hinzu, um sich im Nachhinein nicht völlig lächerlich zu machen.

Hierzulande warten wir immer noch auf den für diese Tage versprochenen Frühling. Stattdessen gibt es jede Menge Wind, Höchsttemperaturen um 10 Grad Celsius und einen Sonne-Wolken-Regen-Mix. Frühling kann man das wohl nicht nennen – wo es doch eigentlich noch tiefster sibirischer Winter sein sollte.

Wir erinnern uns: Vor etwas mehr als einem Monat war in vielen Zeitungen mit großen Buchstaben zu lesen, dass uns nun für vier Wochen die sibirische Kälte heimsuchen und uns ein Winter erwarten wird, wie wir ihn lange nicht erlebt haben. Und was wurde daraus? Nichts.

Wenn im Winter die große Kälte kommt, erreicht sie den Osten Deutschlands – also unsere Region – als erstes. In Schönow wurden im letzten Drittel des Januars fünf Tage Dauerfrost registriert. Der Dauerfrost war am 26. Januar schon wieder vorbei und seitdem gab es nur noch vereinzelt Nachtfrost.

Ausschnitt des “Wetterdiagramms” unserer Station in Schönow (Zeitraum: 20.01. – 26.01.2019)

Es mag zwar regional das eine oder andere (teilweise auch extreme) Wetterereignis geben. Dennoch gibt es aber keinen Grund, dies so zu schreiben, als wäre ein ganzes Land (oder gar ein ganzer Kontinent) betroffen. Anfangs mag es für reißende Überschriften zwar viele Leser geben. Aber auch die wenden sich irgendwann ab, wenn nur noch “Müll” geschrieben wird (das beste Beispiel hierfür ist die Zeitung mit den vier großen Buchstaben).

Kommende Woche werfen wir einen Blick auf die aktuelle Großwetterlage und deren Auswirkung auf unsere Region.

Etwas zu mild und etwas dunkel – der Wetterrückblick auf den Januar 2019

Der Januar war ein für unsere Region klassischer Wintermonat, in dem es vor allem in der ersten Monatshälfte fast jeden Tag regnete.

Niederschlag

Obwohl an insgesamt 19 Tagen Niederschlag vom Himmel fiel, wurde das Monatssoll nicht ganz erfüllt: Mit 45,8 l/m² kamen gerade einmal 93,5% des langjährigen Mittels zusammen.

Den meisten Tagesniederschlag gab es am 13.01.2019 mit 7,4 l/m². Die höchste Niederschlagsrate wurde am 13.01.2019 um 18.50 Uhr registriert. Innerhalb von 5 Minuten fielen hier 0,8 Liter Regen vom Himmel.

Sonnenscheindauer

Nach der sehr trüben ersten Monatshälfte ließ sich dann im weiteren Verlauf vermehrt die Sonne blicken. Dies zeigen auch die Zahlen:

Statt der durchschnittlichen 51 Stunden schien die Sonne nur 46,58 Stunden (89,6% vom Monatssoll).

Sonnenuntergang über Schönow
Farbenspiele am frühen Abend des 22.01.2019 über Schönow

Temperatur

Trotz der 4,5 fehlenden Sonnenstunden – die natürlich für die Temperatur keine Rolle spielen – war der Januar mit durchschnittlich 1,2°C etwas zu warm. Die Temperaturdifferenz beträgt +0,6 K. Die höchste Temperatur wurde mit 8,4°C am Neujahrstag erreicht. Die tiefste Temperatur (-7,6°C) wurde in den frühen Morgenstunden des 23.01.2019 gemessen. Die tiefste gefühlte Temperatur lag an diesem Tag sogar bei -16,4°C.

Wind

Der Januar war teilweise sehr windig, was allerdings nicht ungewöhnlich ist. Ein statistischer Rückblick zeigt, dass es vor allem im Zeitraum Oktober bis März sehr stürmisch sein kann. Der große Sturm mit erheblichen Schäden blieb uns aber erspart:

Mit 59,7 km/h (Windstärke 7) wurde die stärkste Windböe am 14.01.2019 um 13.20 Uhr registriert.

Sonstiges

Der Januar brachte – wie es sich für einen Wintermonat gehört – auch Schnee und Glätte nach Berlin und Brandenburg. So geschehen in den frühen Morgenstunden des 26. Januar.

Ein nicht allzutägliches Schauspiel gab es allerdings am 28. Januar, als ein Tiefdruckgebiet mit seinem Kern südlich an Berlin vorbeizog.

Anmerkung

Die oben genannten Zahlen stammen von der Wetterstation in Schönow. Der Standort Pankow kann für die Statistik aufgrund des Aufstellungsortes der Station leider nicht herangezogen werden. Deshalb freuen wir uns über die Wetterstationen, die im Laufe des Jahres noch ans Netz gehen werden.

Vorschau

Mit der – teilweise doch sehr merkwürdigen – Berichterstattung der Medien über globale und nationale Wetterereignisse (Kälte in den USA, bevorstehender Frühling in Deutschland) werden wir uns in der kommenden Woche beschäftigen.

Erst Schnee, dann zunehmend milder

Heute gab es vor allem im Norden Berlins sowie nord- und nordöstlich davon einen ersten kleinen Vorgeschmack dessen, was uns in den kommenden Stunden in den östlichen sowie südlichen Landesteilen Brandenburgs erwartet. Denn es wird weiß.

Starker Schneefall in Berlin am Abend des 02.02.2015. In den frühen Morgenstunden des 3. Februar 2015 wurde eine Schneehöhe von 6 Zentimetern erreicht.
Starker Schneefall in Berlin am Abend des 02.02.2015. In den frühen Morgenstunden des 3. Februar 2015 wurde eine Schneehöhe von 6 Zentimetern erreicht.

Am Sonntagmorgen verlagert sich ein Niederschlagsgebiet, welches leichten bis mäßigen Schneefall bringt, aus Polen und Sachsen ins südliche Brandenburg.

Im Laufe des Vormittags breitet sich der Schneefall aus und erreicht bis zu den Mittagsstunden die südliche und östliche Berliner Stadtgrenze. Ein Übergreifen auf die gesamte Stadt ist nach derzeitigem Stand sehr unwahrscheinlich

In den anderen Regionen von Berlin und Brandenburg gibt es nur Schnee-, Schneeregen- oder Regenschauer. Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt (sowohl nachts wie auch tagsüber) ist verbreitet mit Glätte zu rechnen!

Ab dem Abend wird der Niederschlag Richtung Osten abgedrängt und das Wetter beruhigt sich wieder.

Im Laufe der kommenden Woche steigen die Temperaturen stetig an, sodass bereits ab Wochenmitte auch die Nächte frostfrei sein können. Mit etwas Glück erreicht das Quecksilber zum nächsten Wochenende wieder zweistellige Werte.

Am morgigen Sonntag werfen wir einen Blick auf den vergangenen Januar.

Sollten Sie morgen raus müssen und in den von Glätte betroffenen Regionen wohnen oder dort unterwegs sein, passen Sie bitte auf sich auf.

Mitten im “Auge” eines Tiefdruckgebiets

Sowas hat man in unserer Region nicht alle Tage: Aktuell befindet sich der Kern eines Tiefdruckgebiets direkt über unseren Köpfen, was an folgendem Niederschlagsradar-Film eindrucksvoll zu sehen ist:

Radarfilm

Auf der Nordhalbkugel drehen sich Tiefdruckgebiete gegen den Uhrzeigersinn. In unserem Fall kringelt sich das Tief über Berlin und Brandenburg ein, wobei sich der Kern gegen 21 Uhr südlich von Berlin befand.

Das Tiefdruckgebiet zog – von der Nordsee kommend – über Norddeutschland hinweg und wird in den kommenden Stunden nach Polen weiterziehen. Auf seiner Rückseite führt es feucht-kalte Luftmassen in die Region. Von den relativ milden Temperaturen der vergangenen Tage dürfen wir uns somit wieder verabschieden.

Man darf nie vergessen: Wir haben Winter und der nächste Sommer kommt bestimmt.

Massive Glättegefahr am Samstag!

Nach dem schwachen Hochdruck-Einfluss, welcher in den vergangenen Tagen kontinentale Kaltluft in unsere Region führte und für Dauerfrost sorgte, stellt sich nun die Wetterlage um.

Ein Tiefdruckgebiet über Nordeuropa sowie ein Hochdruckgebiet über dem Südwesten Frankreichs lenken zunehmend mildere, feuchte Luftmassen nach Berlin und Brandenburg.

In der Nacht zum Samstag erreichen uns die Ausläufer der Warmfront. Der anfangs fallende Schneefall (es werden 1-5 Zentimeter Neuschnee erwartet) geht im Laufe des Tages in Regen über, weswegen stellenweise mit massiver Glätte durch Glatteisbildung gerechnet werden muss.

Auch wenige Stunden vor Eintreffen des Ereignisses sind sich die Modelle noch nicht einig, ob und wie stark es zur Glatteisbildung durch gefrierenden Regen kommt. Eins steht aber fest: Es wird – wenn auch nur kurzzeitig – weiß

Bitte beachten Sie die Warnungen des Deutschen Wetterdienst

Passen Sie auf sich auf!

Erst der “Katastrophenwinter” in den Alpen, nun die “Russenpeitsche” bei uns! Ein Blick über den Tellerrand

Jeder von uns hat es lesen/sehen/hören können: Intensive Schneefälle in den Alpen führten dazu, dass Ortschaften von der Außenwelt abgeschnitten waren. Die Einwohner schippten den Schnee von den Dächern und sogar die Bundeswehr war vor Ort, um zu helfen.

Die Medien berichteten über “katastrophale Zustände”. Unzählige Häuser mussten vom Schnee befreit werden, damit sie nicht einstürzen. Im Fernsehen gab es eine Sondersendung nach der anderen, um die besorgte Bevölkerung im Rest der Republik auf dem Laufenden zu halten. Man hatte also etwas gefunden, um das “Winterloch” zu stopfen. Natürlich wurden auch Bewohner der betroffenen Regionen interviewt, wie sie mit dieser katastrophalen Lage zurecht kommen. Nur wer genau hinhörte wusste, was tatsächlich los war:

Nichts – außer “etwas mehr Schnee als sonst”.

Wie jetzt? Das kann doch nicht sein?

Anscheinend hatte man sich die falschen Interviewpartner ausgesucht. Vielfach war zu hören, dass es ein ganz normaler Winter sei – nur dass es dieses Mal etwas mehr geschneit hat. Das sei aber nichts Dramatisches.

Aha! Interessant.

Damit uns nicht langweilig wird, folgt nun die nächste Katastrophenmeldung in Form einer Vorhersage. Dieses Mal betrifft es ganz Deutschland.

In den kommenden Wochen wird das Land schockgefrostet. Von einem Polar-Outbreak bzw. einem sibirischen Winter ist die Rede. Temperaturen von -20 Grad und weniger sollen erwartet werden. Eine Zeitung schrieb vor wenigen Tagen, der Deutsche Wetterdienst habe eine Warnung vor extremen Unwetter für Thüringen herausgegeben (Wer dann allerdings die DWD-Internetseite aufrief, wurde schlagartig auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt: Es war lediglich eine Wetterwarnung vor mäßigem Frost.).

Wie wird nun aber wirklich das Wetter in den kommenden Tagen bei uns in der Region?

Es wird kalt, aber die sibirische Kälte ist weit, sehr weit weg. Die Temperaturen bewegen sich (bis auf wenige Ausnahmen, wo es leicht in den Plus-Bereich geht) tagsüber knapp unterhalb des Gefrierpunkts. Nachts wird mäßiger Frost bis -9°C erwartet. Mit etwas Glück fällt auch das eine oder andere Schneeflöckchen vom Himmel.

Wie Sie sehen: Horrorwinter ist etwas anderes (z. B. der vor ziemlich genau 40 Jahren, wo in weiten Teilen Norddeutschlands nichts mehr ging).

Und man darf nicht vergessen: Wir haben Winter. Da ist es normal, dass es tagsüber auch mal Minusgrade gibt.