Umstellung der Großwetterlage steht bevor

Wie im letzten Beitrag bereits vorhergesagt, setzte sich – nach einer kurzen dunklen Phase – das sonnenscheinreiche, frühlingshafte Wetter fort.

In vielen Regionen Deutschlands wurden neue Temperatur-Rekorde für den Februar aufgestellt und vor allem im Südwesten wurden teilweise mehr als 20 Grad erreicht.

So warm wurde es bei uns in Berlin und Brandenburg nicht. Für 16 bis 17 Grad in Schönow hat es aber dennoch gereicht. Nachts wurde es durch den wolkenlosen Himmel und der relativ tockenen Luft mit Werten unterhalb der 0-Grad-Marke empfindlich kalt.

Tagesgang der Temperaturen am 27.02.2018

Ab dem morgigen Donnerstag stellt sich die Großwetterlage grundlegend um. Das seit Tagen über unseren Köpfen liegende Hochdruckgebiet schwächt sich ab. Das Tiefdruckgebiet über Nordeuropa wird, gemeinsam mit einem sich über Südeuropa aufbauenden Hochdruckgebiet, feuchte Atlantik-Luft in unsere Region führen.

Am Rand des Tiefdruckwirbels über dem hohen Norden werden sich immer wieder kleine Tiefdruckgebiete (Randtiefs) bilden, die mitunter für sehr ungemütliches Wetter in Form von Sturm und Regen sorgen können.

Isobarenkarte vom 27.02.2017 (Quelle: Deutscher Wetterdienst): Hoher Luftdruck über Mitteleuropa bestimmte das Wetter der vergangenen Tage

Ab Sonntag rechnen die Wettermodelle täglich mit Niederschlägen. Vor allem am Montag/Dienstag kann es in Berlin und Brandenburg sehr windig werden. Die Temperaturen gehen – mit Ausnahme des Sonntag und Montag – auf für die Jahreszeit üblichen Höchstwerte zwischen 5 und 8 Grad zurück. Nachts muss (bis auf den Zeitraum vom 3. bis 5. März) mit leichtem Frost gerechnet werden.

Wolkenloser Himmel über Berlin

Die Zeit der großen Temperaturdifferenzen zwischen Tag und Nacht und des verfrühten Frühlingswetters ist somit erst einmal vorbei.

In unserer nächsten Ausgabe werfen wir einen Blick zurück auf das Wettergeschehen im Februar. Sollte sich abzeichnen, dass es zu Beginn der kommenden Woche stürmisch bei uns in der Region wird, melden wir uns vorab noch einmal mit einem Sonderbeitrag.

Wie wird das Wetter in den nächsten Wochen?

In den vergangenen Tagen gab es sehr viel Sonne bei vergleichsweise milden Temperaturen, schöne Sonnenaufgänge und kalte, klare Nächte. Dementsprechend groß waren die Tagesgänge der Temperaturen (Differenz zwischen Höchst- und Tiefsttemperatur des jeweiligen Tages).

Sonnenaufgang in Berlin-Pankow am 17.02.2019

Verantwortlich dafür ist ein Hochdruckgebiet, welches nun von einem starken Tiefdruckgebiet nordwestlich der Britischen Inseln Richtung Südosteuropa abgedrängt wird. Hierbei wurde milde Luft in unsere Region gelenkt.

Die derzeit noch über dem Ärmelkanal liegende Kaltfront des Tiefdruckwirbels wird in den kommenden Tagen unser Wetter beeinflussen.

Die Isobarenkarte zeigt das Tiefdruckgebiet nordwestlich der Britischen Inseln und das Hochdruckgebiet über Mittel-/Südeuropa. (Quelle: Deutscher Wetterdienst)

Der Wind dreht dann von Südwest auf West und das Niederschlagsrisiko steigt. Regen fällt vor allem ab Dienstag. Spätestens am Freitag ist der Spuk wieder vorbei und ein neues Hochdruckgebiet macht sich über Mitteleuropa breit, welches nach aktuellem Stand bis Ende des Vorhersagezeitraums in unserer Region für trockenes Wetter sorgen wird.

Ein Blick aus 36.000 km Höhe auf Europa. Deutschland ist – bis auf Ausnahme des äußersten Nordostens – überwiegend wolkenfrei. Die schneebedeckten Alpen sind sehr gut zu erkennen.

Bis zum Donnerstag werden die Temperaturen sowohl tags- als auch nachtsüber im frostfreien Bereich bleiben. Wie sich darüber hinaus die Temperaturen entwickeln, ist derzeit noch recht unsicher. Zwischen Nachtfrost und einstelligen Tageswerten bis hin zu frühlingshaftem Wetter ist alles vertreten. Lassen wir uns überraschen.

Wenn Medien über besondere Wettereignisse berichten…

…kommt meist nichts Gutes bei rum.

Ein ähnliches Thema hatten wir vor ca. drei Wochen schon einmal und wollen dies noch einmal aufgreifen. Denn wenn es nichts gibt, über das die Online- und TV-Medien berichten können, redet/schreibt man einfach mal übers Wetter und übertreibt dabei ein wenig.

So geschehen in der vergangenen Woche, wo gut 20% der USA von arktischer Kaltluft “geflutet” wurden. Vor allem im Nordosten der USA waren Tiefsttemperaturen von weniger als -25°C keine Seltenheit. Vereinzelt wurden auch -30 Grad erreicht.

Die Redakteure einiger Online-Portale schienen damals beim Schreiben ihrer Artikel von den Zahlen abgerutscht zu sein und schrieben von Temperaturen “bis zu -60 Grad”.

Quelle: n-tv.de

Auch anderweitig ließ man sich nicht lumpen und titelte “In USA kälter als auf dem Mars” oder “Eisige Kälte mit bis zu -45 Grad in den USA”. Viele Online-Medien ruderten zurück, weswegen nun nur noch von “gefühlten x Grad” zu lesen ist. Auch n-tv fügte das kleine Wörtchen “teilweise” hinzu, um sich im Nachhinein nicht völlig lächerlich zu machen.

Hierzulande warten wir immer noch auf den für diese Tage versprochenen Frühling. Stattdessen gibt es jede Menge Wind, Höchsttemperaturen um 10 Grad Celsius und einen Sonne-Wolken-Regen-Mix. Frühling kann man das wohl nicht nennen – wo es doch eigentlich noch tiefster sibirischer Winter sein sollte.

Wir erinnern uns: Vor etwas mehr als einem Monat war in vielen Zeitungen mit großen Buchstaben zu lesen, dass uns nun für vier Wochen die sibirische Kälte heimsuchen und uns ein Winter erwarten wird, wie wir ihn lange nicht erlebt haben. Und was wurde daraus? Nichts.

Wenn im Winter die große Kälte kommt, erreicht sie den Osten Deutschlands – also unsere Region – als erstes. In Schönow wurden im letzten Drittel des Januars fünf Tage Dauerfrost registriert. Der Dauerfrost war am 26. Januar schon wieder vorbei und seitdem gab es nur noch vereinzelt Nachtfrost.

Ausschnitt des “Wetterdiagramms” unserer Station in Schönow (Zeitraum: 20.01. – 26.01.2019)

Es mag zwar regional das eine oder andere (teilweise auch extreme) Wetterereignis geben. Dennoch gibt es aber keinen Grund, dies so zu schreiben, als wäre ein ganzes Land (oder gar ein ganzer Kontinent) betroffen. Anfangs mag es für reißende Überschriften zwar viele Leser geben. Aber auch die wenden sich irgendwann ab, wenn nur noch “Müll” geschrieben wird (das beste Beispiel hierfür ist die Zeitung mit den vier großen Buchstaben).

Kommende Woche werfen wir einen Blick auf die aktuelle Großwetterlage und deren Auswirkung auf unsere Region.

Etwas zu mild und etwas dunkel – der Wetterrückblick auf den Januar 2019

Der Januar war ein für unsere Region klassischer Wintermonat, in dem es vor allem in der ersten Monatshälfte fast jeden Tag regnete.

Niederschlag

Obwohl an insgesamt 19 Tagen Niederschlag vom Himmel fiel, wurde das Monatssoll nicht ganz erfüllt: Mit 45,8 l/m² kamen gerade einmal 93,5% des langjährigen Mittels zusammen.

Den meisten Tagesniederschlag gab es am 13.01.2019 mit 7,4 l/m². Die höchste Niederschlagsrate wurde am 13.01.2019 um 18.50 Uhr registriert. Innerhalb von 5 Minuten fielen hier 0,8 Liter Regen vom Himmel.

Sonnenscheindauer

Nach der sehr trüben ersten Monatshälfte ließ sich dann im weiteren Verlauf vermehrt die Sonne blicken. Dies zeigen auch die Zahlen:

Statt der durchschnittlichen 51 Stunden schien die Sonne nur 46,58 Stunden (89,6% vom Monatssoll).

Sonnenuntergang über Schönow
Farbenspiele am frühen Abend des 22.01.2019 über Schönow

Temperatur

Trotz der 4,5 fehlenden Sonnenstunden – die natürlich für die Temperatur keine Rolle spielen – war der Januar mit durchschnittlich 1,2°C etwas zu warm. Die Temperaturdifferenz beträgt +0,6 K. Die höchste Temperatur wurde mit 8,4°C am Neujahrstag erreicht. Die tiefste Temperatur (-7,6°C) wurde in den frühen Morgenstunden des 23.01.2019 gemessen. Die tiefste gefühlte Temperatur lag an diesem Tag sogar bei -16,4°C.

Wind

Der Januar war teilweise sehr windig, was allerdings nicht ungewöhnlich ist. Ein statistischer Rückblick zeigt, dass es vor allem im Zeitraum Oktober bis März sehr stürmisch sein kann. Der große Sturm mit erheblichen Schäden blieb uns aber erspart:

Mit 59,7 km/h (Windstärke 7) wurde die stärkste Windböe am 14.01.2019 um 13.20 Uhr registriert.

Sonstiges

Der Januar brachte – wie es sich für einen Wintermonat gehört – auch Schnee und Glätte nach Berlin und Brandenburg. So geschehen in den frühen Morgenstunden des 26. Januar.

Ein nicht allzutägliches Schauspiel gab es allerdings am 28. Januar, als ein Tiefdruckgebiet mit seinem Kern südlich an Berlin vorbeizog.

Anmerkung

Die oben genannten Zahlen stammen von der Wetterstation in Schönow. Der Standort Pankow kann für die Statistik aufgrund des Aufstellungsortes der Station leider nicht herangezogen werden. Deshalb freuen wir uns über die Wetterstationen, die im Laufe des Jahres noch ans Netz gehen werden.

Vorschau

Mit der – teilweise doch sehr merkwürdigen – Berichterstattung der Medien über globale und nationale Wetterereignisse (Kälte in den USA, bevorstehender Frühling in Deutschland) werden wir uns in der kommenden Woche beschäftigen.

Erst Schnee, dann zunehmend milder

Heute gab es vor allem im Norden Berlins sowie nord- und nordöstlich davon einen ersten kleinen Vorgeschmack dessen, was uns in den kommenden Stunden in den östlichen sowie südlichen Landesteilen Brandenburgs erwartet. Denn es wird weiß.

Starker Schneefall in Berlin am Abend des 02.02.2015. In den frühen Morgenstunden des 3. Februar 2015 wurde eine Schneehöhe von 6 Zentimetern erreicht.
Starker Schneefall in Berlin am Abend des 02.02.2015. In den frühen Morgenstunden des 3. Februar 2015 wurde eine Schneehöhe von 6 Zentimetern erreicht.

Am Sonntagmorgen verlagert sich ein Niederschlagsgebiet, welches leichten bis mäßigen Schneefall bringt, aus Polen und Sachsen ins südliche Brandenburg.

Im Laufe des Vormittags breitet sich der Schneefall aus und erreicht bis zu den Mittagsstunden die südliche und östliche Berliner Stadtgrenze. Ein Übergreifen auf die gesamte Stadt ist nach derzeitigem Stand sehr unwahrscheinlich

In den anderen Regionen von Berlin und Brandenburg gibt es nur Schnee-, Schneeregen- oder Regenschauer. Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt (sowohl nachts wie auch tagsüber) ist verbreitet mit Glätte zu rechnen!

Ab dem Abend wird der Niederschlag Richtung Osten abgedrängt und das Wetter beruhigt sich wieder.

Im Laufe der kommenden Woche steigen die Temperaturen stetig an, sodass bereits ab Wochenmitte auch die Nächte frostfrei sein können. Mit etwas Glück erreicht das Quecksilber zum nächsten Wochenende wieder zweistellige Werte.

Am morgigen Sonntag werfen wir einen Blick auf den vergangenen Januar.

Sollten Sie morgen raus müssen und in den von Glätte betroffenen Regionen wohnen oder dort unterwegs sein, passen Sie bitte auf sich auf.